Das hier ist die offizielle und persönliche Webseite von Alexander Dargatz.

Fragen oder Anregungen gerne an Alex@veganstrength.de.


Ich im Internet:
Interview mit Schrot & Korn
Peta Kids Interview
Profil bei veganbodybuilding.com
Interview auf vegan.at
Im SWR
In "Menschen bei Maischberger"
Auf youtube










Hier noch ein etwas älteres Interview von meinem Freund Kilian, damals umwelt.cc
:

Der vegane Weltmeister

Steckbrief:

Name: Alexander Dargatz

Beruf: Arzt.

Alter: 28 (Geburtstag: Mai 1977)

Interessen: Ernährung. Sport. Fantasy (Romanleser und Hobby-Autor).

Alexander Dargatz, 28, ist Arzt und Tierrechtler. Jetzt ist er auch Weltmeister im Bodybuilding.

Im Interview erklärt er, wie man auf gesunde Weise Sieger werden kann.


Hallo Herr Dargatz, Sie sind Weltmeister im Body-Building - hierzu herzlichen Glückwunsch.
Wann haben Sie denn Ihre Begeisterung für das Body-Building entdeckt?

Angefangen hat das mit abendlichen Liegestützen und Sit-ups. Ich wollte mehr Kraft für den Schulsport. Nach und nach hat sich dieses Training erweitert, und mit 18 habe ich mich dann in einem Fitnessstudio angemeldet. Seitdem habe ich durchgängig trainiert, lediglich eine Verletzung hat mir ein kurze Pause aufgezwungen.


Hatten Sie damals schon daran gedacht, Weltmeister zu werden?

Nein, nie. Darum ging es auch nie, geht es auch jetzt nicht.

Bodybuilding ist ein Sport, in dem jeder unglaubliche Leistung vollbringen kann. Jeder, der Muskeln auf- und Fett abbaut und dabei stärker wird, ist ein Gewinner, egal auf welchem Niveau das geschieht.

Freie Gewichte statt Maschinen


Wie sieht Ihr Trainingsplan aus?

Sehr individuell und nach Trainingsphasen auch sehr verschieden. Grundlegend kann man sagen, dass ich freie Gewichte benutze und keine Maschinen und dass ich nie länger als 2 Monate das gleiche Programm mache.

Auf Training und Ernährung für vegane Bodybuilder gehe ich auf der Seite www.veganbodybuilding.com genauer ein, momentan noch im Forum, aber bald stellen wir Artikel auf die Hauptseite. Jeder vegane Sportler ist willkommen, dort mit uns Erfahrungen auszutauschen.


Für den Aufbau von Muskeln benötigt der Körper eine spezielle, eiweissreiche Ernährung. Setzt sich Ihr Speiseplan aus Spritzen, Pillen, Kuhmilch und Eiern zusammen?

Weltmeister in der Fitness-Klasse

(lacht)

Wo haben Sie denn diese Vorstellung her?

Da weiß ich ja gar nicht, wo ich anfangen soll....

Zunächst mal, es stimmt, dass man Protein braucht, um Muskeln aufzubauen. Allerdings glaube ich nicht an eine übertrieben hohe Proteinzufuhr, wie es viele Kraftsportler betreiben. Mehr als 2g/kg Körpergewicht ist meines Wissens nach wissenschaftlich nicht von nachgewiesenem Nutzen. Auf diese Menge kann man ohne große Probleme auch vegan kommen, wenn man proteinreiche Nahrungsmittel wählt.

Spritzen und Pillen sind im Bodybuilding schon verbreitet. Allerdings nehmen sie niemandem das Training ab. Ich bin Weltmeister in der Fitness-Klasse geworden, dass ist sozusagen das "Fliegengewicht". Diese Leistung kann man auch natural, also dopingfrei erreichen. Ich bin auch deutscher Vize-Meister in der GNBF, das ist die German Natural Bodybuilding Federation. Dieser Verband führt strenge Dopingkontrollen durch.

Ausgewogen und frisch ernähren


Wielange leben Sie denn schon vegan? Wie sorgen Sie gegen gesundheitliche Störungen vor?

So, wie Sie das sagen, klingt das, als müsste man als Veganer auf "gesundheitliche Störungen" vorbereitet sein, dabei ist die vegane Ernährung sehr gesund. Sicher kann man sich auch vegan fehlernähren, aber wenn man ein wenig auf ausgewogene Auswahl und frische Nahrungsmittel achtet, ist Veganismus gesünder als omnivore Durchschnittskost.

Ich achte sehr auf gesunde Ernährung, das heißt für mich: wenig Gebäck, Vollkorn statt geschältes Korn, frisches Obst und Gemüse (nicht aus der Dose), keine Fertigprodukte, viel Wasser trinken usw.

Ich nehme eine Multivitamintablette täglich, das war's dann auch schon mit Nahrungsmittelergänzungen. Das ist wenig im Vergleich mit anderen Bodybuildern, das können Sie mir glauben. Außerdem habe ich schon bevor ich vegan wurde Vitamine genommen, als Vorbeugung gegen einen Mangel.

Ich bin übrigens seit Mitte 2000 vegan.


Sind Sie ein radikaler Tierschützer oder tolerieren Sie andere Meinungen?

Ich bin kein Tierschützer, ich bin Tierrechtler. Tierschutz billigt Tieren Interessen zu, die allerdings menschlichen untergeordnet werden. Im Prinzip geht es beim Tierschutz um verbesserte Haltungsbedingungen für Tiere, nicht um die Abschaffung der Tierausbeutung per se.

Radikal - im ursprünglichen Sinne des Wortes, von "radix - Wurzel", ja, ich gehe die Probleme an der Wurzel an. Ich bin nicht militant, falls Sie das meinten.

Ich toleriere jede Meinung, in dem Sinne, dass ich jedem eine eigene Meinung zugestehe, allerdings heißt das nicht, dass ich jede Meinung gutheißen muss oder gar die Konsequenzen und Handlungen die aus diesen Meinungen entstehen.

Auch denke ich, dass viele sogenannte Meinungen lediglich aus Unwissenheit entstehen oder Nachgeplappertes sind.


Was für Kommentare hören Sie, bezogen auf Ihre Lebensweise?

Einige. Wahrscheinlich dieselben, wie sie alle Veganer und sogar Vegetarier kennen. Die Vorurteile der Mangelerscheinungen werden mir immer wieder vorgetragen. Unverständnis, wie man eine solche Lebensweise nur wählen kann. Fragen, was man denn noch essen kann und die Vorstellung, veganes Essen sei fad und langweilig. Lauter Vorurteile, die weit von der Wahrheit entfernt sind.

Aber es gibt auch positive Kommentare. Viele bewundern die Entscheidung und wissen, dass diese Art zu leben auch gesund ist. Allerdings ist bei diesen Leuten die Vorstellung vom Verzicht meist ausgeprägt, als sei Veganismus eine Art Askese.


Sie sagten, dass die vegane Lebensweise grosse Vorteile für die Umwelt brächte - können Sie ein paar Beispiele nennen?

Die Abermillionen von Tieren in Massentierhaltungen produzieren eine riesige Menge an Gülle und Methan, welche die Umwelt belasten. Das gilt für jede Form der Massentierhaltung, ob Kühe, Hühner oder "Pelztiere".

Regenwald wird abgeholzt, um Weidefläche für Rinder zu schaffen. Nach wenigen Jahren ist der Boden völlig ausgelaugt.

Tierhaltung ist eine unglaubliche Ressourcenverschwendung.


Setzen Sie sich in Ihrer Freizeit auch für den Schutz der Tiere und der Umwelt ein?

Ja, zum Teil.

Am wichtigsten erachte ich das Beispiel, das man als Veganer für seine Umwelt ist. Ich verbringe nicht meine gesamte Freizeit mit Aktivismus. Aber ich bin in der Tierrechtsinitiative Rhein-Main (TIRM) aktiv und Mitglied bei den "Ärzten gegen Tierversuche e.V.".

Industrienahrung vermeiden


Können Sie als Profi anderen Menschen ein paar Tipps für gesunde und sportliche Ernährung geben?

Ich bin kein Profi im eigentlichen Sinne ;)

Ernährung ist etwas individuelles. Jeder sollte auf seinen/ihren eigenen Körper hören. Wenn man oft Verdauungsprobleme hat und sich unwohl fühlt, stimmt etwas nicht.

Generell gilt für Sportler dasselbe wie für Nicht-Sportler. Gesundes Essen bedeutet für mich, maßvoll, in ausreichender aber nicht übertriebener Menge Nahrungsmittel aus verschiedenen Gruppen zu wählen, das heißt, Hülsenfrüchte, Vollkorngetreide, Nüsse, Obst, Gemüse, Samen und Keimlinge. Möglichst frische Lebensmittel wählen, täglich Rohkost verzehren, viel trinken. Kleine Mahlzeiten werden besser verdaut als große. Als Sportler sollte man den Anteil an energiereichen Lebensmitteln erhöhen.

Ich persönlich meide Industrienahrung und Fertigprodukte, sowie alle Produkte mit Zusatzstoffen wie Aroma-, Farb-, Konservierungsstoffe, Feuchthaltemittel, gehärteten Fetten, modifizierter Stärke, Geschmacksverstärker etc.


Herr Dargatz, ich Danke Ihnen für das Gespräch!

Das Interview führte Kilian Dreißig.